Der Maler Will Klinger-Franken

und die Kindheit der Natur


rätselhafte Frage, warum die Landschaft so umfassend über die Befindlichkeit der Menschen entscheidet. Mit welchen Mitteln uns die Natur mit all ihren launischen Schwankungen in den Bann zieht, und zu einem guten Teil unsere Gefühle assoziativ beeinflußt.

Die Landschaft schafft die Identität des Menschen und zugleich den Raum seiner Verortung. Die Landschaft gerät bei Will Klinger-Franken zur Metapher: Der Mensch geht durch sie wie durch sein Leben. Er vergewissert sich ständig seines Weges und orientiert sich an den markanten Bezugspunkten seiner Seelentopographie und gesellschaftlichen Umgebung.

Die dramatische Ursprünglichkeit der Bilder ist Will Klinger-Franken's Protest gegen die zunehmende Bedrohung der Natur durch den Menschen. Die Stimmung und die prächtige Form- und Farbenfülle seiner Bilder scheinen heute schon unwiederbringlich verloren. Will Klinger-Franken's Landschaftsbilder, die zum größten Teil in seinen letzten 25 Lebensjahren in Südostbayern entstanden sind, dokumentieren das Land zwischen Inn und Salzach, in das die Zivilisation im Laufe der Zeit immer mehr Schneisen schlug.

Will Klinger-Franken hält in seinen Werken nicht nur die unwiederbringlichen Momente: Farbe, Geruch, Struktur und Geschmack fest. Seine Bilder sind in ihrer Reduktion auch Erinnerung an verlorene Welten: An die Kindheit der Natur.